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SAIGE HIPPELI I CROSSING TERRITORY I TYPOGRAFIE

Im Zentrum des mit Graffiti ausgetragenen visuellen Konfliktes steht die Rückeroberung des öffentlichen Raums, welcher durch zunehmende Privatisierung an Qualität verliert und infolgedessen unzugänglich wird. In meiner Bachelorarbeit setzte ich mich thematisch mit diesem Konflikt auseinander und erforschte, wie Typografie gezielt als visuelles Mittel zur symbolischen Aneignung und Kontrolle von Raum eingesetzt wird. Eine wichtige Rolle in meiner Auseinandersetzung spielt Graffiti als Form des Widerstands und als künstlerisches Protestmittel. Dabei werden verschiedene Techniken der analogen Schriftgestaltung und öffentlichen Anbringung untersucht. Einen besonderen Fokus lege ich auf die Fußball-Ultra-Szene, die in vielen Städten als Akteur im Kontext der öffentlichen Raumgestaltung und Aneignung aktiv ist. Im Gegensatz zu den klassischen Graffiti Künstler:innen geht es Ultras meistens weniger um künstlerische Qualität, sondern um Sichtbarkeit und die Markierung ihres „Territoriums“. Tags sind besonders beliebt, da sie einfach und schnell zu malen sind. Dabei werden bestehende Graffitis von gegnerischen Fangruppen oft entfernt oder übermalt. Dieser Prozess wird als crossing bezeichnet. Auf Basis meiner theoretischen Auseinandersetzung mit der Graffitiszene und der Ultrafankultur untersuche ich den öffentlichen Raum in Hamburg auf Graffiti-Crossings von rivalisierenden Fußballfans. Dokumentiert mit meiner Handykamera habe ich ein Archiv mit rund 1000 Bildern aufgebaut. Thesis, 148 x 210 mm, Digitaldruck Publikation, 165 x 295 mm, Risografie Typeface «Dèrive Grotesk» (S.H.)

Meet me im Raum 3.